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LĂźderitz
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LĂźderitz (ehemals sowie inoffiziell noch heute LĂźderitzbucht, bei GrĂźndung LĂźderitzort) ist eine namibische Hafenstadt an der LĂźderitzbucht am Ăśstlichen SĂźdatlantik. Sie liegt im Wahlkreis ÇNamiÇNĂťsKlicklaut (ehemals LĂźderitz) der Region ÇKharas im SĂźden Namibias und hat 16.125 Einwohner (Stand 2023).cite-ref-nsa-1-1[1]
LĂźderitz wurde am 12. Mai 1883 gegrĂźndet.
Contents
⢠Geschichte
⢠Angra Pequena
⢠Lßderitzland
⢠Name der Stadt
⢠Geographie
⢠Lage
⢠Klima
⢠Flora und Fauna
⢠Politik
⢠Wahlen
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Filme und Audio
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Angra Pequena
Der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz landete 1487 auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien als erster Europäer in der GroĂen Bucht. Die heute LĂźderitzbucht genannte Bucht nannte er Angra Pequena (âKleine Buchtâ). Bevor Diaz weitersegelte, errichtete er traditionsgemäà als Zeichen der Inbesitznahme ein Steinkreuz mit Wappen, ein sogenanntes PadrĂŁo, an der Diaz-Spitze auf der LĂźderitzhalbinsel. Das stark erodierte Originalkreuz wurde 1929 durch eine Nachbildung ersetzt. Die fast unkenntlich gewordenen Teile des Originals sind in Museen in Kapstadt und Lissabon ausgestellt.cite-ref-2[2]
Eine tatsächliche Inbesitznahme der Bucht und des umgebenen Landes fand in den folgenden Jahrhunderten indes weder durch Portugiesen noch durch eine andere europäische Macht statt. Lediglich die der Kßste vorgelagerten Pinguin-Inseln, deren reiche Guano-Vorkommen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgebeutet wurden, wurden ab 1861 von den Briten in Besitz genommen.
LĂźderitzland
â
Hauptartikel
:
LĂźderitzland
Der Bremer Tabakhändler Adolf LĂźderitz landete 1883 in der Angra Pequena. LĂźderitz wollte das allgemein als wertlos angesehene Land um die Bucht erwerben, weil er hoffte, dort Bodenschätze zu finden. Durch seinen Mitarbeiter und Teilhaber Heinrich Vogelsang handelte er dem Orlam-FĂźhrer Josef Frederiks II. in Bethanien am 1. Mai 1883 ein nach allen Richtungen fĂźnf Meilen groĂes LandstĂźck ab, um darauf einen Handelsposten zu errichten. Frederiks erhielt dafĂźr 100 Goldpfund sowie 200 Gewehre. Etwa vier Monate später, am 25. August, verkaufte Frederiks erneut Land an LĂźderitz, welches diesmal ein zirka 40 Meilen langes und 20 Meilen tiefes LandstĂźck war (seiner Ansicht nach ein zirka 70 Ă 35 Kilometer groĂes Gebiet). Nach Vertragsabschluss wurde dem Verkäufer klargemacht, dass es sich nicht um englische Meilen (zirka 1,6 Kilometer), sondern selbstverständlich um preuĂische Meilen zu 7,5 Kilometer handelte und er damit den GroĂteil seines Stammesgebietes von 300 Ă 150 Kilometer verkauft hatte. Dieser Handel ging als âMeilenschwindelâ in die Annalen ein.
Im April 1884 gab die deutsche Reichsregierung dem Ansinnen LĂźderitzâ statt, seine Erwerbung vor britischen AnsprĂźchen zu schĂźtzen. Am 7. August 1884 wurde auf den in der LĂźderitzbucht liegenden deutschen Korvetten auf Anweisung von August LĂźderitz die deutsche Flagge gehisst und das Land offiziell unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt. Das 1903 auf dem Alten Friedhof errichtete LĂźderitz-Denkmal erinnert an die Inbesitznahme des Landes unter dem Schutz des Deutschen Reichs.
Als LĂźderitzâ umfangreiche und teure Suche nach den erhofften Bodenschätzen erfolglos blieb, geriet er in wirtschaftliche Bedrängnis und musste LĂźderitzland 1885 an die Deutsche Kolonialgesellschaft fĂźr SĂźdwestafrika verkaufen. Nach LĂźderitzâ Tod 1886 verlieh die Kolonialgesellschaft der Bucht Angra Pequena den Namen LĂźderitzbucht.
Aufschwung als Teil Deutsch-SĂźdwestafrikas
Einen sehr bescheidenen Aufstieg erlebte der kleine Ort erst 1904 mit der Stationierung der hier im Kampf gegen die aufständischen Nama (Namakrieg) benÜtigten Schutztruppen-Soldaten. In dieser Zeit war die Stadt vor allem fßr das vor der Kßste auf der Shark Island errichtete Konzentrationslager bekannt. Hier wurden die im Namakrieg gefangengenommenen Orlam und Nama mit ihren Familien interniert. Von den rund 2000 Inhaftierten ßberlebten wegen der dort herrschenden schlechten Hygiene- und Witterungsverhältnisse nur zirka 450 StammesangehÜrige. Das Lager wurde erst auf energisches Drängen der im Lande tätigen Missionare geschlossen und ins Landesinnere verlegt.
Erst lange nach dem Tode von Adolf LĂźderitz â er galt seit 1886 als im Rahmen einer Erkundungstour zum Oranje verschollen â wurden im Jahr 1908 beim Bau einer Schmalspurbahn Diamanten bei LĂźderitz entdeckt, was zu einem kurzzeitigen Boom fĂźhrte. Der zunehmend industriell betriebene Diamantenabbau, die mit ihm ins Land strĂśmenden GlĂźcksritter und der Bau der Diamantensiedlung Kolmanskuppe brachten auch fĂźr LĂźderitz einen steilen Aufstieg zu einer ausgesprochen wohlhabenden Stadt mit sich. In der Folgezeit entwickelte sich LĂźderitz zu einem florierenden Handelshafen. Das Gouvernement stationierte hier das Bereisungsschiff Okahandja. Seine Rolle als wichtigster Hafen der Kolonie musste LĂźderitz aber bald an das zentraler gelegene Swakopmund abtreten, wo ein kĂźnstlicher Hafen angelegt wurde.
Bedeutungsverlust nach dem Ersten Weltkrieg
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde LĂźderitzbucht am 19. September 1914 kampflos von sĂźdafrikanischen Truppen besetzt.cite-ref-dissertation-3-0[3] Die dort stationierte KĂźstenfunkstelle wurde schon am 14. September nach Aus verschoben.cite-ref-dissertation-3-1[3]
Die deutsche ZivilbevĂślkerung wurde in SĂźdafrika interniert. Mit Ende des Krieges wurde LĂźderitz Teil des von SĂźdafrika verwalteten Mandatsgebiets SĂźdwestafrika.
Ab 1920 verlor Lßderitz stark an Bedeutung, da sich der Diamantenabbau immer weiter nach Sßden verlagert hatte. Kolmannskuppe wurde zur Geisterstadt. In Lßderitz konnten sich eine bescheidene Fischfangindustrie und in ihrem Umfeld einige Bootswerften etablieren. Daneben existierten noch einige kleinere Teppichwebereien, da im Sßden des heutigen Namibia die Karakulschafzucht mit einigem Erfolg betrieben wurde. Ansonsten aber hatte Lßderitz bald nichts mehr zu bieten, sodass der einst wohlhabenden Stadt ein ähnliches Schicksal wie Kolmanskuppe zu drohen schien.
Name der Stadt
Die Stadt ist nach dem Bremer Kaufmann Adolf LĂźderitz benannt. Sie hieĂ kurzzeitig auch Fort Vogelsang nach Heinrich Vogelsang.cite-ref-4[4] Umgangssprachlich hat sich der ältere Name LĂźderitzbucht gehalten. Die Einwohner aller Sprach- und Volksgruppen bezeichnen sich selbst als âBuchterâ.
1993 machte der ÇAman-Chef Dawid Fredericks den Vorschlag, die Stadt in !NamiÇnĂťs umzubenennen. Dieser Name bedeutet Umarmung und soll auf die ersten Bewohner des Gebietes zurĂźckgehen, die ÇAman, eine Untergruppe der Nama.cite-ref-5[5]
2012 billigte das namibische Kabinett diesen Namen. Im Februar 2013 wurde darĂźber der LĂźderitzer Stadtrat in Kenntnis gesetzt.cite-ref-6[6] Durch Proklamation des namibischen Präsidenten Hifikepunye Pohamba wurde am 9. August 2013 der Wahlkreis LĂźderitz in ÇNamiÇNĂťs umbenannt.cite-ref-az-7-0[7] Die korrekte Aussprache ist fĂźr Nicht-Khoekhoegowab-Sprecher schwer, weshalb der Name von ihnen vermieden wird.cite-ref-az-16-8-13-8-0[8] Auch BefĂźrworter des neuen Namens meiden dessen Aussprache, da diese derjenigen eines derben Schimpfwortes ähnelt.cite-ref-9[9]
Aufgrund einer missverständlichen Aussage in der Proklamation des Präsidenten war zeitweilig von einer Umbenennung auch der Stadt ausgegangen worden, die Ürtliche BevÜlkerung hatte diese jedoch nicht akzeptiertcite-ref-az-16-8-13-8-1[8]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] und strebte danach, in jedem Fall die deutsche Bezeichnung Bucht in einem neuen Namen zu haben.cite-ref-12[12]
Am 21. August 2013 versammelten sich in der Ăśrtlichen Turnhalle von LĂźderitzbucht mehr als 600 Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Muttersprache, um gegen eine Umbenennung der Stadt zu protestieren. Zu der Versammlung kam auch die damalige BĂźrgermeisterin von LĂźderitz, Hambelela Suzan Ndjaleka. Zahlreiche LĂźderitzer unterschrieben eine Petition. Ăberdies fordern die Bewohner eine amtliche Entschuldigung von Charles Namoloh, Minister fĂźr Regional- und Lokalverwaltung, heiĂt es in der Erklärung des Komitees. Offenbar hatte Namoloh im Gespräch mit einer Tageszeitung gesagt, dass âdie Buchter die Ăśffentlichen Treffen im Zusammenhang mit der Namensänderung nicht besucht haben, weil sie vielleicht in einer Shebeen (Ausdruck fĂźr eine illegal betriebene Kneipe) warenâ. Am 27. August 2013 demonstrierten Bewohner gegen eine Umbenennung.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]
Am 26. August 2013 erklärte Sacky Shangala, Vorsitzender der Gesetzesreform- und Entwicklungskommission (LRDC), der Namibischen Nachrichtenagentur, dass nur der Wahlkreis, jedoch nicht die Stadt LĂźderitzbucht umbenannt wurde; er erklärte weiter, dass der namibische Präsident nicht die Befugnis besitze, den Namen eines Ortes zu ändern. Die einschlägigen Gesetze verlangten hierfĂźr einen Vorschlag der Stadtverwaltung an den zuständigen Minister, der Ăźber den Vorschlag entscheiden mĂźsse. Die Informationen Ăźber eine Umbenennung hätten auf einem âMissverständnisâ beruht. Die âUnlust der Regierung zur Korrektur dieses ,Missverständnissesââ wurde scharf kritisiert. Albert Kawana, Minister fĂźr Präsidentschaftsangelegenheiten erklärte, dass der Umbenennungsprozess nicht abgeschlossen sei und die Regierung an dem Vorhaben festhalte; Präsident Pohamba arbeite an zwei Gesetzen, die es ihm kĂźnftig erlauben sollen, die Namen von Orten per Dekret zu ändern. Als Reaktion auf die AnkĂźndigung Kawanas wurde Präsident Pohamba von Einwohnern aufgefordert, eine etwaige Planung zur Umbenennung dieser Stadt âzu beenden und die Bewohner (âŚ) zu konsultierenâ.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Am 19. und 20. Februar 2015 lud der Stadtrat alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung Ăźber die Ănderung des Namens ein. Demnach wurde der Vorschlag zur Umbenennung von einem in Bethanien ansässigen Häuptling der !Aman, einem Unterstamm der Nama, unterbreitet. Namibische Medien berichten unterschiedlich Ăźber den aktuellen Stand der Umbenennung. So hat laut New Era der Stadtrat beschlossen, die Umbenennung der Stadt bei der Regierung zu beantragen.cite-ref-19[19] Hingegen sprechen Die Republikein und Allgemeine Zeitung davon, dass der Stadtrat noch keine endgĂźltige Entscheidung getroffen habe.cite-ref-20[20] Auch die ortsansässige Buchter News sehen noch keine endgĂźltige Entscheidung.cite-ref-21[21] Eine mĂśgliche Umbenennung stieĂ unter den Einwohnern und dem LĂźderitz Heritage Committee auf Widerstand, und es wurde ein Plebiszit Ăźber die Namensänderung gefordert.cite-ref-22[22] Am 24. Februar 2015 stellte die damalige LĂźderitzer BĂźrgermeisterin klar, dass noch keine endgĂźltige Entscheidung zur Umbenennung getroffen wurde.cite-ref-23[23] An diesem Stand hat sich seitdem nichts geändert.
Geographie
Siehe auch
:
Geographie Namibias
Lage
Die Gemeinde liegt an einer der wenigen natĂźrlichen Buchten der ansonsten unwirtlichen, durch die Namib-WĂźste geprägten DiamantenkĂźste. Die LĂźderitzbucht ist eine offene Meeresbucht und wird gegen SĂźden und SĂźdwesten durch die LĂźderitzhalbinsel geschĂźtzt. Der Halbinsel vorgelagert liegt die durch Pinguine bevĂślkerte Halifax-Insel, sĂźdlich der Halbinsel liegt die landschaftlich reizvolle GroĂe Bucht. Dem Festland vorgelagert sind eine Handvoll unbewohnter Eilande der Pinguin-Inseln, von denen die Pinguininsel und die Seehundinsel der Stadt am nächsten liegen. Innerhalb der Bucht liegt auch die Haifischinsel. Die heutige Halbinsel bildet zum Festland ein besonders geschĂźtztes Hafenbecken, den Roberthafen. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Haifischinsel im Westen bis zum Diamantberg im SĂźden und dem Nautilusberg im Norden.
Klima
Das Klima in LĂźderitz wird wesentlich durch den hier verlaufenden kalten Benguelastrom bestimmt. Die Wassertemperatur des Atlantiks liegt hier meist zwischen 10 und 16 °C. Dabei verhindert die AbkĂźhlung der Lufttemperatur Ăźber dem Meer die Bildung aufsteigender, feuchterer Luftmassen und fĂźhrt zu ablandiger WindstrĂśmung. Daher herrscht in LĂźderitz, wie in weiten Teilen Namibias, arides Klima; Niederschläge sind äuĂerst selten. Die thermische Amplitude, der Unterschied der Temperatur zwischen Tag und Nacht, liegt insbesondere im Winter, bei einer kaum ausgeprägten Regenzeit, bei bis zu 20 °C: So kann die Lufttemperatur im Juli und August sowohl 25 °C als auch Werte um den Gefrierpunkt betragen. Im Sommer liegt die TageshĂśchsttemperatur dagegen oft deutlich Ăźber 30 °C.
Nach der effektiven Klimaklassifikation von Wladimir Peter KĂśppen und Rudolf Geiger wird dies als kaltes WĂźstenklima (BWk) klassifiziert.
Flora und Fauna
Aufgrund des vorherrschenden Wßstenklimas beschränkt sich die natßrliche Flora und Fauna rund um Lßderitz ßberwiegend auf Meeresbewohner. Der kalte, nährstoffreiche Benguelastrom sorgt fßr eine reiche Fischfauna, die die Lebensgrundlage fßr Meeressäuger, wie Delphine und Seebären, sowie fßr SeevÜgel, wie Pinguine, Kormorane und MÜwen, darstellt. Brutgebiete der SeevÜgel sind dabei insbesondere die der Kßste vorgelagerten Pinguin-Inseln.
Einwohner und Sozialstruktur
Die Einwohnerzahl von LĂźderitz wurde zwischen 2001 und 2011 â je nach Quelle â mit 18.340 bis 23.000 Menschen angegeben. Die Volkszählung 2011 ergab eine Einwohnerzahl von nur 12.500 Menschen. Die BevĂślkerungszahl von LĂźderitz hat sich von zirka 2000 Einwohnern in den 1970er-Jahren auf immerhin zirka 12.500 im Jahr 2011 mehr als versechsfacht. Die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 60 % und damit Ăźber dem namibischen Durchschnitt.cite-ref-24[24]
Politik
Siehe auch
:
Liste der BĂźrgermeister von LĂźderitz
Wahlen
Bei den Kommunalwahlen 2025 wurde folgendes amtliche Endergebnis nach Sitzen ermittelt:
| Partei | Sitze |
|---|---|
| SWAPO | 4 Ⲡ|
| IPC | 2 ⏠|
| PDM | 1 ⏠|
Städtepartnerschaft
Seit 2019 besteht eine Partnerschaft zu LĂźderitz, einem Ortsteil von TangerhĂźtte in Sachsen-Anhalt.cite-ref-25[25]
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Wirtschaft beruht heute vorwiegend auf Fischfang und Tourismus. Besonders der Fang von Langusten, die nach Spanien und Japan exportiert werden, hat eine gewisse Bedeutung. Allerdings mussten die Fangquoten aufgrund massiver Ăberfischung vermindert werden. Russland erhält durch seine Fanglizenzen etwas fĂźr seine UnterstĂźtzung des Befreiungskampfes der SWAPO zurĂźck. Deutschland stellte Namibia ein Ăberwachungsschiff fĂźr die Fischereikontrolle zur VerfĂźgung.
In LĂźderitz wurde eine vielversprechende Austernzucht aufgebaut, die autark bezĂźglich der notwendigen Saataustern geworden war. Sie galten zusammen mit den Austern aus Walvis Bay als die besten der Welt.cite-ref-26[26] Die Zucht von Shearwater wurde aufgrund einer mĂśglichen Kontaminierung 2015 eingestellt.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
Auch eine wirtschaftliche Verwertung von Seegras wurde ins Auge gefasst. Daraus sollten Extrakte fßr die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie gewonnen werden. Ebenso brachte der Aus- und Neubau des Hafens Lßderitz Arbeitsplätze fßr viele auch neu zugezogene junge Menschen.
Diamanten werden heute vorwiegend offshore in Richtung Oranjemund abgebaut. Mit der Entdeckung von Erdgas vor der Kßste im Kudu-Erdgas-Feld Ende des 20. Jahrhunderts keimten Hoffnungen auf neue Bodenschätze in der Region um Lßderitz auf.
Seit 2007 wird in Lßderitz mit der Lßderitz Speed Challenge alljährlich einer der wichtigsten internationalen Kite- und Windsurf-Wettbewerbe ausgetragen.
Anlässlich der 100-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1983 wurden zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit restauriert. Die im Jahre 2002 erÜffnete Lßderitz Waterfront ist ein weiteres Zeichen fßr den in den Ort zurßckkehrenden Optimismus und lässt fßr die Zukunft hoffen.
Die Umgebung von LĂźderitz ist (Stand 2023) als Standort eines groĂen, von Deutschland unterstĂźtzten Projektes zu GrĂźnem Wasserstoff sowie mit norwegischer UnterstĂźtzung fĂźr den Aufbau einer Lachsfarm vorgesehen.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]
Verkehr
Vom Flughafen LĂźderitz wurden LinienflĂźge innerhalb Namibias sowie nach Kapstadt durchgefĂźhrt. Seit der Pleite der Air Namibia wurde der Flugverkehr eingestellt.
Die LĂźderitzbahn nach Seeheim und Keetmanshoop ist heute (2018) wegen Sandverwehungen nicht in Betrieb. Mit dem Auto durchquert man auf der NationalstraĂe B4 den bis an die KĂźste reichenden Sperrgebiet-Nationalpark, das ehemalige Diamantensperrgebiet. Die B4 ist auch Teil des Trans-Oranje-Korridors der Walvis Bay Corridor Group und verbindet den Osten der sĂźdafrikanischen Provinz Nordkap mit dem Seehafen LĂźderitz.
Bildung
Die Gemeinde verfĂźgt Ăźber fĂźnf staatliche Schulen:
⢠Van Ryn Pre-Primary Schoolcite-ref-31[31]
⢠Helene Van Ryn Primary Schoolcite-ref-32[32]
⢠Nautilus Primary School
⢠Diaz Junior Secondary School
⢠Luderitz Secondary School
⢠Lßderitz Blue Private Schoolcite-ref-33[33]
SehenswĂźrdigkeiten
GroĂe Teile der Stadt stammen aus der wilhelminischen Kaiserzeit und sind im Jugendstil errichtet. Ausgedehnte StraĂenzĂźge wurden während der 1990er Jahre groĂzĂźgig restauriert. In LĂźderitz stehen insgesamt elf der rund 130 Nationalen Denkmäler in Namibia:
⢠Das Haus Glßck Auf,
⢠die Haifischinsel,
⢠die evangelisch-lutherische Felsenkirche (1912) mit dem dahinterliegenden Diamantberg; Teile der geschnitzten Inneneinrichtung wurden vom ersten evangelischen Pfarrer Metzner aus seiner Heimatstadt Kaltennordheim in der RhÜn importiert,cite-ref-stz0-34-0[34]
⢠das Lßderitz-Denkmal,
⢠der Bahnhof Lßderitz,
⢠das KrabbenhÜft-und-Lampe-Gebäude,
⢠das Historische Doppelhaus,
⢠das Goerke-Haus (1909â1911). Es diente später als Sitz des Magistrats,
⢠das Kreplin-Haus und
⢠der Standort des Originalkreuz des Bartolomeu Diaz an der Diaz-Spitze
Andere Gebäude in LĂźderitz sind die Lesehalle und die Turnhalle, beides Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit (sie erfĂźllen heute noch ihre Aufgaben als BĂźcherei beziehungsweise als Turnhalle und Veranstaltungssaal), auĂerdem das Kapps-Hotel (ein Konzert- und Ballsaal) und das Woermannhaus (bedeutend kleiner als das Woermannhaus in Swakopmund). Das kleine LĂźderitzer Stadtmuseum zeigt Exponate aus der Geschichte der Stadt. Bei der Anfahrt nach LĂźderitz durch das Diamantensperrgebiet kann man etwa 120 Kilometer vor LĂźderitz, nahe dem Dorf Aus, wilde WĂźstenpferde sehen. In Aus steht auch das denkmalgeschĂźtzte ehemalige Kriegsgefangenenlager Aus. Das von LĂźderitz etwa zehn Kilometer entfernte Kolmanskuppe war dank reicher Diamantenvorkommen um 1910 vielleicht die wohlhabendste Siedlung der Welt und ist heute eine Geisterstadt.
Die Seelage der Gemeinde bietet eine Reihe KĂźstenabschnitte, z. B. die sĂźdlich gelegene GroĂe Bucht, jenseits der Griffithbucht. Auch die LĂźderitzhalbinsel besitzt zahlreiche Sandbuchten, -strände und Lagunen. Sehenswert sind das Steinkreuz an der Diaz-Spitze oder die Pinguine und Flamingos rund um die Halifax-Insel.
Im September wurde das Namibia Maritime Museum, das grĂśĂte Schifffahrtsmuseum Afrikas, erĂśffnet.cite-ref-35[35]
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
⢠Thomalina Adams (* 1993), namibische FuĂballerin
⢠Anton Lubowski (1952â1989), namibischer Anti-Apartheids-Aktivist
⢠Joe Madisia (* 1954), namibischer Kßnstler
⢠Stacey Naris (* 1991), namibische FuĂballerin
Siehe auch
Literatur
⢠Johannes Paul: Deutsche, Buren und Engländer in Sßdwestafrika. Begleitwort zu einer Nationalitätenkarte der Europäer in Sßdwestafrika. In: Koloniale Rundschau. Heft 9/10, 1931.
⢠T. Barlow und W. Wisniewski: Kosmos NaturreisefĂźhrer â SĂźdliches Afrika. Franckh-Kosmos, 1998, ISBN 3-440-07665-2.
⢠A. Sycholt: terra NaturReisefĂźhrer â Namibia. Tecklenborg Verlag, ISBN 3-934427-70-7.
Filme und Audio
⢠NovaNam (Hrsg.): Lßderitz: A City Born from the Sea, Dokumentation, 2019.
⢠Margit Hainzl, Emil Wimmer: Ambiente Spezial: Zeitreise ins WĂźstenland. Namibia und seine gegenwärtige Vergangenheit. Radio Ă1, oe1.orf.at, gesendet 18. Dezember 2016, 10:05â11:00 Uhr, 7 Tage frei nachhĂśrbar.
Weblinks
Commons
: Ausgewählte Fotos von Lßderitz
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons
: LĂźderitz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: LĂźderitz
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Offizielles Stadtportal von Lßderitz (englisch)
⢠Heiner Hoffmann: Hier soll grßner Wasserstoff in gigantischem Ausmaà produziert werden. In: Der Spiegel. 9. Juli 2023, abgerufen am 9. Juli 2023 (ausfßhrlicher Bericht ßber die wirtschaftliche Situation und die allgemeine Stimmung in der Stadt, nicht nur ßber das Wasserstoffprojekt).
Einzelnachweise
cite-note-nsa-11. //Karas Region. Namibia Statistics Agency, 2023 Census. Abgerufen am 11. Juni 2024.
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